Was hinter dem Boom von Index- und Zeitmieten steckt
- Christina Marconetti

- vor 2 Tagen
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Teil 1 - Indexmiete im Überblick

Auf dem deutschen Wohnungsmarkt steigen weiterhin die Mieten, die Bestände an günstigen Wohnungen schrumpfen, und viele MieterInnen fühlen sich gezwungen, bei Neuverträgen schlechtere Konditionen zu akzeptieren. Besonders auffällig ist aktuell der höhere Anteil von Indexmietverträgen und befristeten Mietverträgen – zwei Vertragsformen, die sowohl Chancen als auch Risiken bergen. Doch warum setzen Vermieter zunehmend auf solche Modelle – und welchen Zusammenhang gibt es mit der Mietpreisbremse?
Die Mietpreisbremse gilt als rechtlicher „Deckel" in ausgewiesenen "angespannten Wohnungsmärkten", die den Mietpreis bei Neuvermietungen auf maximal 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete begrenzt. Die Regelung wurde vom Bundestag bis Ende 2029 verlängert und soll helfen, explosionsartige Mietsteigerungen zu verhindern. In Großstädten ist das Machtverhältnis aktuell klar: Viele Interessenten, wenig Wohnungen. Die Mietpreisbremse begrenzt zwar die Ausgangsmiete, aber sie verhindert nicht, dass Vermieter nach Wegen suchen, zukünftige Mietsteigerungen planbar abzusichern und genau hier kommt die Indexmiete ins Spiel.
Bei einer Indexmiete wird die Miethöhe regelmäßig an einen Preisindex (meist den Verbraucherpreisindex) gekoppelt. Das bedeutet: Steigt die Inflation, steigt auch die Miete automatisch – ohne erneute Vereinbarung zwischen Vermieter und Mieter.

Warum das für Vermieter attraktiv ist?
Planbare Einnahmen: In Zeiten hoher Inflation sichern Vermieter ihren Ertrag, weil die Miete automatisch mit dem Preisniveau wächst.
Umgehung von Mietpreisbremse: Die Mietpreisbremse bezieht sich auf eine Mietpreis-Obergrenze bei Neuverträgen, aber die dynamische Anpassung von Bestandsmietverträgen ist davon oft unberührt.
Preisdynamik durch die Hintertür: Besonders dort, wo die Nachfrage extrem hoch ist, können Vermieter durch die Indexmiete trotz der Regulierung einen marktnahen Ertrag erzielen
Des einen "Freud" des anderen Leid, denn diese Vertragsvariante birgt ein Risiko für MieterInnen. Bei hoher Inflation können Indexmieten zu regelmäßigen Mieterhöhungen führen – unabhängig von der Entwicklung der Marktmiete. Während klassische Mieten oft durch Vergleichsmieten oder politische Eingriffe gebremst werden, steigen Indexmieten unabhängig vom lokalen Mietmarkt. So ist es paradox, aber real: stagniert die Marktmiete, steigt die Indexmiete trotzdem.
Für viele Mieter endet die Unsicherheit nicht bei der Miethöhe – sondern beginnt mit der Frage, wie lange sie überhaupt bleiben dürfen....
Teil 2 - Der Trend "Zeitmietvertrag"
Christina Marconetti




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